
Der Imbiss ums Eck ist kein Ort, den man sucht. Man landet dort.
Zwischen Fritteuse, Bierflaschen, Stehtischen und einer gewissen Grundmüdigkeit gegenüber der Welt treffen sich der Hanswurst, der Hape, der Schorsch, die Jaqueline und alle, die gerade nicht wissen, wohin mit sich. Hier wird gegessen, getrunken, gestritten, philosophiert und gelegentlich etwas verstanden. Meistens aber erst, wenn die Currywurst schon kalt ist.
Was ist der Imbiss ums Eck?
Der Imbiss ums Eck ist Bühne, Zuflucht, Stammtisch und Katastrophenzentrale zugleich. Er sieht aus, als wäre er irgendwo in den frühen 1980er Jahren stehen geblieben: mit Neonlicht, Metalltheke, Fritteusenduft und einer Speisekarte, die keine Fragen stellt, sondern Tatsachen schafft.
Hier beginnt vieles, was später aus dem Ruder läuft. Und wenn es woanders beginnt, endet es erstaunlich oft trotzdem wieder hier.
Die Regeln des Imbiss

Regel 1: Wer bestellt, gehört kurz dazu.
Der Imbiss ist kein exklusiver Ort. Aber wer reinkommt, wird Teil der Szene.

Regel 2: Currywurst ist keine Lösung, aber ein Anfang.
Manchmal reicht das.

Regel 3: Am Stehtisch wird nicht recht behalten, sondern weitergeredet.
Das ist ein Unterschied.

Regel 4: Der Schorsch hat Hausrecht. Immer.
Auch dann, wenn er gerade nicht zuhört.

Regel 5: Der Hape darf Kunst sagen. Muss aber mit Widerspruch rechnen.

Regel 6: Der Hanswurst weiß oft mehr, als ihm lieb ist.
Wer hier herumsteht
Im Imbiss ums Eck stehen selten nur Kunden. Meist stehen dort Menschen, die bleiben: der Hanswurst mit seinem Blick für die kleinen Entgleisungen des Lebens, der Hape mit seinen künstlerischen Kurzschlüssen, der Schorsch hinter dem Grill und die Jaqueline mit der Fähigkeit, eine Diskussion in drei Sätzen wieder auf den Boden zu holen.
Und dann sind da noch der Getränke-Manni, der Brezel-Peter, der Murat, der Hopfen-Hugo und all die anderen, die manchmal nur kurz auftauchen, aber fast immer Spuren hinterlassen.
Der Imbiss als Denkraum

Der Imbiss ums Eck ist der Ort, an dem große Themen klein genug werden, um darüber reden zu können. Demokratie, Liebe, Kunst, Arbeit, Altern, Verschwörungstheorien, Krankheit, Fußball, Weihnachten, Zombies oder der Zustand der Welt. Alles passt irgendwie zwischen Bier, Fritteuse und Tresen. Nicht, weil dort alles einfacher wäre. Sondern weil niemand so tut, als müsste man dafür erst ein Podium aufbauen.
Eine genaue Adresse hat der Imbiss ums Eck nicht. Er steht irgendwo in einer deutschen Stadt, an einer Straße, die man kennt, auch wenn man nie dort war. Neben einem Kiosk,
gegenüber einer Kneipe, in der Nähe einer Bushaltestelle, an der immer jemand wartet, obwohl kein Bus mehr kommt.
Vielleicht gibt es ihn gar nicht. Vielleicht gibt es ihn überall.