Drei Männer und eine Frau im Imbiss ums Eck.

Ein Grill, eine Packung Sucuk und ein Schorsch, der sofort den Anfang vom Ende wittert. Als der Murat im Imbiss ums Eck nur kurz „eine Extrawurst“ will, wird aus zwei Würsten plötzlich eine ziemlich große Frage nach Respekt, Gewohnheit und Imbisslogik.

Diese Geschichte gibt es auch als eingesprochene Fassung.

Gelesen von: Nadine Seiffert

Worum geht’s?

Der Murat möchte beim Schorsch ein paar Sucuk-Würste grillen lassen. Der Schorsch blockt ab, die Jaqueline vermittelt, und der Hanswurst versucht, keine Stadtratssitzung aus der Sache werden zu lassen. Am Ende geht es weniger um den Grill als um Vertrauen, Alltagskultur und die Erkenntnis, dass der Imbiss oft schon weiter ist als die Leute, die darin streiten.

Die Geschichte lesen

Ich stehe am Stehtisch, der schon so viele Nachmittage gesehen hat, dass er inzwischen eine Art akademischen Titel verdient hätte. Professor Stehtisch. Lehrstuhl für Halbwahrheiten und Curryketchup. Der Lack ist an den Ecken abgegriffen, aber das ist kein Mangel, das ist Patina. Und Patina ist das Einzige, was den „Imbiss ums Eck“ überhaupt noch zusammenhält.

Der Schorsch brät hinterm Tresen seine Currywürste und raucht dabei, natürlich. Nicht aus Trotz. Eher so, als wäre es Teil der geltenden Hygienevorschriften.

Ich habe ein Bier in der Hand, weil ich in dieser Geschichte sonst nicht wüsste, wohin mit meinen Händen. Und weil diese Arschgeige von Autor – der irgendwo da draußen sitzt und so tut, als hätte er alles im Griff – mich gern in Situationen bringt, in denen man ein Bier braucht, um nicht zu sagen: „Leute, es ist doch nur eine Wurst.“

Das Problem ist: Es ist nie nur eine Wurst.

Die Türglocke klingelt, und der Murat kommt rein. Der Murat trägt Einkaufstüten. Das ist sein Stil: Drama in Mehrweg.

„Schorsch“, sagt der Murat, und schon daran merkt man, dass heute nicht einfach nur „Hallo“ ist. „Ich brauch mal kurz fünf Minuten.“

„Hab ich nicht. Also fünf Minuten“, sagt der Schorsch, „ich hab nur Currywurst.“

Der Murat stellt die Tüten auf den Tresen. Aus einer guckt eine Packung Sucuk, aus der anderen irgendwas, das nach „Bio“ aussieht und deshalb automatisch so tut, als wäre es, also das was nach „Bio“ aussieht, besser als alle anderen.

„Ich mach heute Abend Grillen mit meiner Familie“, sagt der Murat. „Und ich dachte mir: Ich hol mir hier bei dir schnell ein bisschen Hitze. Du hast ja alles da.“

Der Schorsch schaut ihn an, als hätte der Murat gerade vorgeschlagen, man könnte im Imbiss einen Achtsamkeitskreis aufmachen.

„Hitze kannst du haben“, sagt der Schorsch. „Aber ich grill dir hier nicht deinen Privatabend.“

„Ist doch nur kurz“, sagt der Murat. „Zwei, drei Würste. Und dann…“

„Und dann hab ich Fett von deinem Zeug auf meinem Grill“, sagt der Schorsch. „Und dann kommt der nächste und will sein Zeug auch bei mir auf’n Grill schmeißen. Und dann hab ich keinen Grill mehr, dann hab ich ein Parlament.“

Ich nicke. Unbewusst. Reflex. Bei „Parlament“ nicke ich immer, weil ich sofort an Sitzungen denke, in denen alle reden und am Ende eine arme Sau ein Protokoll schreiben muss. In meiner Vorstellung bin ich die arme Sau.

„Wieso denn Fett?“ fragt der Murat. „Du brätst doch hier den ganzen Tag Fett.“

„Ja“, sagt der Schorsch, „aber das ist mein Fett. Da kenn ich die Lebensgeschichte.“

An dieser Stelle wäre es mein Job, klug zu wirken. Der Hanswurst, der ehemalige Metzgerlehrling. Der Mann, der schon mit sechzehn gelernt hat, wie man aus einem Tier fünfzig Produkte macht. Erst viel später habe ich gelernt, wie man aus einem Gespräch drei Missverständnisse macht.

Aber ich merke: Das ist eine von diesen Geschichten, in denen man nicht mit Wissen gewinnt, sondern mit Geduld.

„Also“, sage ich vorsichtig, „was ist denn jetzt genau das Thema?“

Der Murat hebt die Packung Sucuk hoch.

„Halal“, sagt er.

Der Schorsch schnaubt.

„Halal ist kein Thema“, sagt der Schorsch. „Halal ist ein Wort. Thema ist: Du willst meinen Grill benutzen.“

„Joa“, sagt der Murat. „Und du tust so, als würde ich dich fragen, ob ich dir die Wohnung ummöbliere.“

„Das ist auch schlimmer“, sagt der Schorsch. „Würste sind Emotionen.“

Jetzt wird’s gefährlich. Bei „Emotionen“ ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass irgendwer gleich „Respekt“ sagt. Und wenn „Respekt“ einmal im Raum ist, zieht es „Werte“ nach sich. Und dann ist es endgültig vorbei und wir sind nicht mehr im Imbiss, sondern in einer talkshowgleichen Situation. Hab ich keinen Bock drauf.

Die Tür geht nochmal auf. Die Jaqueline kommt rein, sportlich wie immer, als wäre die Welt ein Dauerlauf und sie die Einzige, die sich die Mühe macht, überhaupt Schuhe anzuziehen.

„Was ist los?“ fragt die Jaqueline. „Ich hab draußen schon gehört, dass ihr wieder in so einer Männerdiskussion seid, wo am Ende keiner was gelernt hat, aber dann wieder alle beleidigt sind.“

„Wir sind überhaupt nicht beleidigt“, sagt der Schorsch.

„Noch nicht“, sagt die Jaqueline. „Aber ihr steht schon so.“

Der Murat nickt ihr zu. Der Murat kann freundlich. Der Schorsch kann fair, aber freundlich ist bei ihm eher ein Gerücht, das sich hält, weil manche Menschen mit dem Prinzip Hoffnung arbeiten.

„Der Murat will eine Extrawurst“, sagt der Schorsch.

„Ich will keine Extrawurst“, sagt der Murat. „Ich will eine ganz normale Wurst. Du machst daraus eine Extrawurst.“

Ich höre das Wort und muss kurz an den Autor denken. Ich weiß, was der gerade macht: Der Megaarsch sitzt da irgendwo, reibt sich die Hände und denkt: Ah, jetzt geht’s los. Er liebt diese Momente. Er liebt Situationen, in denen aus Kleinigkeiten Grundsatzfragen werden, weil er dann so tun kann, als wäre er ein Chronist der Gesellschaft.

Und ich, der Hanswurst, stehe da und denke: Ich wollte eigentlich nur ne Currywurst.

„Okay“, sagt die Jaqueline. „Dann machen wir’s doch mal einfach. Der Murat will was grillen. Der Schorsch hat einen Grill. Der Schorsch hat Angst vor… was genau?“

Der Schorsch schaut zur Decke, als würde da ein Schild hängen: „Gott, gib mir die Kraft, mit Menschen zu reden, die ‚einfach‘ sagen.“

„Vor dem Anfang vom Ende“, sagt der Schorsch.

„Vor dem Anfang vom Endgrill“, murmle ich, aber keiner lacht. Und das ist schlimm. Also wenn nicht mal mehr ich über mich selber lache. Dann ist die Stimmung wirklich ernst.

Der Murat atmet einmal tief durch. Der Murat kann auch ernst. Der Murat hat den Blick eines Mannes, der jeden Tag hinterm Kiosk steht und weiß: Die Menschen kaufen nicht nur Zigaretten, die kaufen dann auch ihre kleinen Weltbilder. Manchmal in Zehnerpackung.

„Schorsch“, sagt der Murat, „ich bin hier seit Jahren Kunde. Ich hab dir schon Bierkästen geschleppt und Kippen besorgt, wenn du Probleme hattest. Ich hab dir schon Kunden rübergeschickt, wenn du wieder mal so mürrisch warst, dass die Leute dachten, hier wäre geschlossen. Und jetzt frag ich dich, ob du mir zwei Würste anbrätst, und du tust, als würde ich dir deine Kultur wegnehmen.“

Da ist es. „Kultur“. Ich spüre, wie das Wort im Raum wächst. Wie ein Schimmelpilz im feuchten Keller. Nur schneller.

Die Jaqueline stellt ihre Wasserflasche ab, als würde sie gleich einen Gong schlagen.

„Stopp“, sagt sie. „Wir machen jetzt nicht Kulturkrieg. Wir machen jetzt Imbisslogik. Logisch, oder?“

„Imbisslogik ist: Ich entscheide“, sagt der Schorsch.

„Imbisslogik ist: Du willst Geld verdienen“, sagt die Jaqueline. „Und du willst, dass die Leute wiederkommen. Also musst du irgendwie mit Menschen umgehen.“

Der Schorsch zieht an seiner Kippe.

„Ich geh doch mit Menschen um“, sagt er. „Ich brate ihnen Essen. Was soll ich denn noch machen? Ihnen zuhören?“

„Ja“, sagt die Jaqueline. „Zum Beispiel.“

Der Murat hebt wieder die Packung Sucuk.

„Ich will nicht, dass das auf deinen normalen Grill kommt, wenn du das nicht willst“, sagt der Murat. „Ich will nur, dass du verstehst, dass es für mich wichtig ist.“

Jetzt bin ich dran. Ich merke es daran, dass alle kurz auf mich gucken. Der Hanswurst als Scharnierfigur. Der Autor liebt Scharniere. Vielleicht. Aber ohne Scharniere fällt alles auseinander. Und er lässt mich dann wieder den Schraubenzieher spielen.

„Ich sag mal so“, beginne ich, „aus Metzgersicht…“

„Oh Gott“, sagt die Jaqueline.

„…ist der Grill eigentlich gar nicht das Problem“, sage ich. „Das Problem ist das Vertrauen. Und Hygiene. Und das Gefühl, dass man ernst genommen wird.“

Der Schorsch guckt mich an, als hätte ich ihm gerade erklärt, dass Currysoße Gefühle hat.

„Du willst jetzt doch nicht ernsthaft auf die Seite…“ fängt er an.

„Ich will auf keine Seite“, sage ich. „Ich will auf die Seite, wo ich meine Currywurst essen kann, ohne dass wir hier gleich irgendeine Stadtratssitzung nachspielen.“

Der Murat nickt.

„Danke“, sagt er.

„Noch ist nichts entschieden“, knurrt der Schorsch.

Die Jaqueline lehnt sich vor.

„Schorsch“, sagt sie, „hast du nicht irgendwo so eine alte Grillplatte? Oder so ein Ding, wo du früher mal… keine Ahnung… Feldküche gemacht hast, oder so? Du warst doch beim Militär als Seelsorger.“

Der Schorsch verzieht das Gesicht.

„Das war kein Campingurlaub. Und ist auch schon ewig her“, sagt er.

„Eben“, sagt die Jaqueline. „Aber du hast doch bestimmt noch irgendwo irgendeinen Notfallkocher. Du bist doch so ein Typ, der für alles einen Plan B hat, auch wenn er so tut, als hätte er keinen.“

Der Schorsch schweigt. Das ist bei ihm immer das Zeichen, dass irgendwo in seinem Kopf eine Schublade aufgeht, die er niemandem zeigen will.

Er dreht sich um, geht nach hinten, in den kleinen Bereich, der offiziell „Lager“ heißt und inoffiziell „die Zone, in der man Dinge verstaut, über die man nicht reden möchte“. Es klappert. Es scheppert. Er kommt zurück. In der Hand hat er ein flaches, schweres, leicht verbeultes Teil.

„Was ist das?“ fragt der Murat.

„Eine Grillplatte“, sagt der Schorsch.

„Woher?“ fragt die Jaqueline.

„Aus meinem Leben vor euch“, sagt der Schorsch.

Er legt das Ding neben den Grill. Es passt. Es passt erstaunlich gut. Als hätte der Imbiss die ganze Zeit nur darauf gewartet, dass die Realität mal wieder ein neues Thema reinschiebt.

„Da“, sagt der Schorsch. „Extrawurstplatte. Happy?“

Der Murat lächelt kurz. Nicht triumphierend. Eher erleichtert.

„Ja“, sagt der Murat. „Danke.“

Und ich denke: So. Ende. Vernunft. Kompromiss. Wir können wieder essen.

Aber natürlich ist das nicht das Ende. Der Autor ist kein Freund von Enden, die funktionieren. Der Autor ist eher so ein Typ, der eine Tür sieht und denkt: Da könnte man auch noch reinfallen.

Die Jaqueline schaut auf die Platte.

„Moment“, sagt sie. „Warum hast du die überhaupt?“

Der Schorsch zuckt mit den Schultern.

„Man weiß nie“, sagt er.

„Nee“, sagt die Jaqueline. „Das ist keine Antwort.“

Der Murat guckt auch plötzlich genauer hin.

„Da ist doch…“ sagt er.

Auf der Platte ist ein kleines Symbol. Ein Aufkleber. Halb abgekratzt. Aber noch erkennbar.

„Halal“, liest der Murat laut.

Stille.

Ich höre nur das Brutzeln, das alte Radio irgendwo im Hintergrund, und meinen eigenen Gedanken, der sagt: Oh. Das wird jetzt interessant.

Der Schorsch räuspert sich.

„Was denn?“ fragt er, als hätte er die Bombe gerade nicht selber hingelegt.

„Wieso ist da Halal drauf?“ fragt der Murat.

Der Schorsch schaut kurz zu mir. Er schaut immer zu mir, wenn er gleich was sagen will, das seine Welt erschüttert. Ich weiß nicht, warum er dann ausgerechnet immer mich als Zeugen auswählt. Vielleicht, weil ich ein Metzgerlehrling war und er denkt, ich kann sowas verstehen. Vielleicht, weil ich der Hanswurst bin und mich der Autor gern leiden lässt.

„Weil…“ sagt der Schorsch langsam, „die Platte aus der Zeit ist, als ich mal… äh… umgestellt hab.“

„Umgestellt?“ fragt die Jaqueline.

Der Schorsch seufzt so tief, dass ich kurz Angst habe, er fällt gleich in seine Fritteuse.

„Ihr habt doch alle immer rumgeheult wegen Preisen“, sagt er. „Wegen Inflation. Wegen allem. Und dann kam so ein Vertreter und hat gesagt, er hat ‘ne Wurst, die schmeckt wie Wurst, kostet aber weniger.“

Ich spüre, wie das Bier in der Hand schwerer wird.

„Schorsch“, sage ich, „was hast du getan?“

„Ich hab gar nichts getan“, sagt der Schorsch. „Ich hab nur… angepasst.“

Der Murat kneift die Augen zusammen.

„Du willst mir jetzt nicht sagen“, sagt er, „dass…“

„Doch“, sagt der Schorsch. „Eure Currywurst ist seit Monaten… Geflügel. Halal-zertifiziert. Weil’s billiger war. Und keiner hat’s gemerkt.“

Ich starre ihn an.

„Ich hab’s nicht gemerkt?“ sage ich ungläubig.

„Dreimal die Woche hast du sie gegessen“, sagt der Schorsch. „Du hast dabei philosophische Vorträge gehalten. Du hast nie gefragt, ob das Schwein glücklich war.“

Die Jaqueline schnaubt ein Lachen.

„Das ist genial“, sagt sie. „Ihr streitet euch über eine Extrawurst, und dabei seid ihr längst im neuen System. Ohne’s zu merken.“

Der Murat guckt den Schorsch an. Dann guckt er mich an. Dann guckt er die Currywurst an, die da gerade liegt, als wäre sie jetzt plötzlich ein politisches Statement.

„Und warum hast du das nicht gesagt?“ fragt der Murat.

„Weil ich dann wieder ein… ein Parlament hab“, sagt der Schorsch. „Wenn ich’s nicht sage, bleibt’s Essen.“

Ich merke, wie in mir zwei Dinge gleichzeitig passieren: Empörung und Erleichterung. Empörung, weil ich mich betrogen fühle. Erleichterung, weil sie trotzdem schmeckt. Und weil das ganze Theater gerade so schön in sich zusammenfällt, wie ein überambitionierter Debattenbeitrag.

An dieser Stelle würde ich gern sagen: Leute, wir haben’s kapiert, lasst uns essen.
Aber der Autor, diese Arschgeige, lässt mich nicht. Der Autor steht da und ruft: „Und jetzt noch ein Satz zur Gesellschaft!“

Also sage ich:

„Weißt du, was das heißt?“ frage ich.

„Dass der Schorsch ein Lügner ist?“ sagt der Murat.

„Auch“, sage ich. „Aber vor allem heißt es: Wir streiten oft über Symbole. Und merken nicht, dass das Leben längst pragmatisch geworden ist. Der Imbiss ist schon weiter als wir.“

Der Schorsch zieht an seiner Kippe.

„Der Imbiss ist immer weiter“, sagt er. „Der Imbiss muss ja auch jeden Tag funktionieren.“

Die Jaqueline nimmt ihre Wasserflasche, hebt sie wie ein Glas.

„Auf die Extrawurst“, sagt sie. „Und auf die Erkenntnis, dass wir alle manchmal eine sind.“

Der Murat lacht jetzt doch. Kurz. Echt.

„Okay“, sagt er. „Dann grillst du mir jetzt meine Sucuk auf deiner Extrawurstplatte.“

Der Schorsch nickt.

„Mach ich“, sagt er. „Aber nur, wenn du mir versprichst, dass du nie wieder so tust, als wäre das hier eine Grundsatzfrage.“

„Deal“, sagt der Murat.

Und ich? Ich stehe da, der Hanswurst, und merke: Das ist jetzt wieder so ein Ende, das der Autor mag. Eins, wo niemand als Sieger rausgeht, aber alle ein bisschen entlarvt sind. Und am Ende liegt trotzdem Wurst auf dem Grill.

Ich nehme meine Currywurst, beiße rein, kaue, und denke:
Wenn Satire ein Geschmack wäre, dann wäre es genau dieser Moment. Ein bisschen scharf, ein bisschen süß, und irgendwo im Hintergrund das leise Brutzeln von Leuten, die eigentlich nur zusammen essen wollten.

„Schmeckt’s?“ fragt der Schorsch.

„Schmeckt“, sage ich. „Und jetzt sag mir bitte nicht, dass die Soße vegan ist.“

Der Schorsch grinst. Und das ist so selten, dass ich kurz nicht weiß, ob ich das erzählen darf, ohne dass das ganze Universum zusammenbricht.

„Is sie nicht“, sagt er. „Noch nicht.“

Die Türglocke klingelt. Draußen läuft das Leben weiter. Und drinnen merken wir: Der Kulturkampf ist manchmal nur ein Vorwand, damit man nicht über das Eigentliche reden muss. Zum Beispiel darüber, wie einsam man sein kann, obwohl man jeden Tag Leute sieht.

Aber das wäre jetzt zu ernst…

ENDE

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