Der Hanswurst, der Hape und die letzten Meter der Nacht

Cover der Wurst- und Durstgeschichte „Der Hanswurst, der Hape und die letzten Meter der Nacht“ mit Hanswurst und Hape auf einer regennassen nächtlichen Straße vor dem beleuchteten Imbiss ums Eck

Ein verregneter Morgen, leere Taschen und zwei Männer, die eigentlich längst zu Hause sein sollten: Nach Vernissage, Kiosk und Tristessa schleppen sich der Hanswurst und der Hape durch die letzten Meter der Nacht. Und irgendwo zwischen Restalkohol und nassen Straßen wird aus einem schlechten Abend plötzlich etwas ziemlich Ehrliches.

Diese Geschichte gibt es auch als eingesprochene Fassung.

Gelesen von: Holger Eberle
Plus Bonus-Song: Fast alles richtig

Worum geht’s?

Ein Galerist bringt den Hape mit einem einzigen Satz ins Wanken: Vielleicht ist seine Kunst tatsächlich nicht „entschieden genug“. Auf dem langen Heimweg fragt er sich, ob er überhaupt noch das will, was er seit Jahren verfolgt…

Die Geschichte lesen

Es ist die Sorte Regen, die nicht fällt, sondern bleibt. Er hängt in der Luft, sitzt auf den Jacken, kriecht in den Bart und macht aus jeder Straße eine glänzende, schlechte Idee. Es ist früh. Nicht früh im Sinne von Vogelgezwitscher und frischen Brötchen, sondern früh im Sinne von: Die Nacht ist noch nicht ganz weg, aber der Morgen steht schon ausgeschlafen am Rand und wartet darauf, dass wir uns endlich blamieren.

Der Hape und ich laufen nebeneinanderher. Oder wir rollen eher durch die Stadt, wie zwei Einkaufswagen mit leicht kaputter Lenkung. So fühlt es sich jedenfalls an. Der Hape hat sein Jackett offen, als hätte er vorhin noch irgendwo wichtig ausgesehen. Jetzt sieht er aus wie ein Mann, der einer guten Absicht hinterhergelaufen, aber unterwegs in drei Kneipen gefallen ist. Ich sehe vermutlich nicht besser aus. Ich bin der Hanswurst, und ich weiß, dass ich eine Figur bin. Ich weiß auch, dass der Autor mich jetzt genau hier durch den Regen schickt, weil nasse Straßen immer gleich nach Literatur aussehen. Das ist billig, aber wir arbeiten hier seit Jahren mit dem, was da ist.

„Uns geht’s gut“, sagt der Hape.

Er sagt das nicht zu mir. Er sagt es in die Straße hinein, als stünde irgendwo jemand mit Schreibmaschine und würde Protokoll führen.

„Wem denn?“, frage ich.

„Na denen“, sagt der Hape. „Den anderen.“

„Welche anderen?“

Der Hape überlegt kurz. Dann sagt er: „Allen, die schon heim sind. Und den Spacken sowieso.“

Ich nicke. Das ergibt für unsere Verhältnisse genug Sinn, um es erstmal gelten zu lassen.

Vor einer Stunde waren wir noch in der Tristessa, beim Josh, und vor drei Stunden in der Galerie von der Antonia, und davor, wenn ich ehrlich bin, weiß ich es nicht mehr ganz genau. Irgendwann hat der Abend angefangen wie ein halbwegs geordneter Kulturtermin und ist dann in das umgekippt, was der Hape „offene Nachtstruktur“ nennt. In meiner Metzgerlehre hätte man das anders genannt, aber da war die Wortwahl insgesamt bodenständiger.

Die Antonia hatte eine Ausstellungseröffnung. Nichts Großes, aber groß genug, dass Leute mit Schals kamen, obwohl es dafür zu warm war, und mit Gesichtern, auf denen stand, dass sie sich selbst für diskursfähig halten. An den Wänden hingen Fotografien von Tankstellen bei Nacht. Oder von Parkhäusern. Oder von Tankstellen in Parkhäusern. So genau habe ich es mir nicht angesehen, weil ich an dem Abend schon früh verstanden habe, dass die Getränke auf der Vernissage kostenlos sind, die Gespräche aber teuer.

Der Hape war in Form. Nicht in guter Form. In Hape-Form. Er redete mit einem Mann mit Rollkragen über „Brüche im urbanen Raum“, obwohl der städtischste Bruch in seinem Leben vermutlich ein kaputter Fliesentisch auf einem Balkon war. Ich stand daneben, trank Weißwein, der so schmeckte, als hätte jemand ein Tischtuch ausgewrungen, und aß Salzstangen, die auf einem weißen Teller lagen.

Irgendwann stellte die Antonia dem Hape einen Galeristen aus Düsseldorf vor. Der Galerist hatte kleine Hände. Er sah auf die Arbeiten vom Hape, legte den Kopf schief und sagte, das sei „noch nicht entschieden genug“. Das ist ein Satz, der in der Kunst furchtbar ist, aber im Leben sehr oft stimmt. Der Hape lachte, als hätte er sowas gern. Ich kannte ihn da schon gut genug, um zu sehen, dass ihn das getroffen hat.

Danach ging es abwärts, wie es bei uns meistens abwärts geht: nicht dramatisch, sondern konsequent.

Erst noch ein Bier hinter der Galerie mit zwei Leuten, deren Namen ich vergessen habe, obwohl sie sie mir mit vollem Ernst gesagt haben. Dann weiter durch die Stadt. Dann zum Murat, weil der Murat immer offen hat oder zumindest so wirkt, als könnte er jederzeit aufschließen, selbst wenn der Kiosk zu ist. Der Murat stand hinter seinem Tresen wie immer, mit dieser Mischung aus Geduld und Urteilskraft, die nur Kioskbesitzer und alte Taxifahrer haben.

„Ihr seht aus, als hätte die Kultur euch ausgespuckt“, sagte der Murat.

„Hat sie auch“, sagte ich.

Der Hape lehnte sich an den Kühlschrank mit den Energydrinks und behauptete, Kunst müsse weh tun.

„Dann mach doch was anderes“, sagte der Murat.

Das war hart, aber gerecht.

Wir kauften zwei Dosenbier, obwohl wir schon nicht mehr viel Geld hatten. Es gibt Momente im Leben, da wäre Sparsamkeit vernünftig. Leider sind das fast nie die Momente, in denen man selbst gerade steht. Dann gingen wir weiter, der Regen setzte ein, und wir landeten irgendwann in der Tristessa. Da war es schon später, die Luft schwer von Bier und Holz.

Der Josh polierte Gläser, die längst sauber waren. Der Josh poliert aus Prinzip. Es ist seine Art, nicht völlig in die Gespräche anderer hineingezogen zu werden. Der Hape erzählte ihm, dass das mit der Ausstellung mal wieder typisch sei. Nicht für die Antonia, sondern für den Betrieb.

„Die wollen immer Haltung, aber bloß keine, die stört“, sagte der Hape.

„Das ist kein Kunstproblem“, sagte der Josh. „Das ist ein Menschenproblem.“

Dann stellte er uns zwei Bier hin, obwohl ich ziemlich sicher bin, dass wir nur eins bestellt hatten. Vielleicht war es Mitleid. Vielleicht betriebswirtschaftlicher Selbstmord. Vielleicht einfach der Josh.

Wir blieben zu lang. Natürlich blieben wir zu lang. Der Hape wurde erst lauter, dann stiller. Ich kenne ihn lange genug, um zu wissen, dass seine stillen Phasen die gefährlicheren sind. In den lauten redet er noch gegen die Welt an. In den stillen redet die Welt zurück.

Als wir rausgingen, war es kurz vor sechs. Wir waren pleite. Also nicht ganz pleite. Wir hatten zusammen noch Kleingeld für vielleicht einen kleinen Kaffee oder eine mittelmäßige Dummheit. Und da wir beide keine Kaffeetypen sind, zog die Sache in eine erkennbare Richtung.

Jetzt laufen wir also durch den Regen, der Hape und ich, und die Stadt sieht aus, als hätte sie selbst zu wenig geschlafen. Die Straßenbahnschienen glänzen. Vor einer Bäckerei steht schon ein Lieferwagen. Irgendwo klappert eine Mülltonne. Ich mag diese Uhrzeit nicht, aber ich hasse sie auch nicht. Alles, was nachts noch halb charmant aussah, steht jetzt nackig da. Auch wir. Also so sinnbildlich gemeint natürlich.

„Weißt du“, sagt der Hape, „die Letzten sind immer die Besten.“

„Das sagen meistens die Letzten“, sage ich.

„Ja. Weil die Ersten schon schlafen.“

Das ist wieder so ein Satz vom Hape, bei dem man denkt: Quatsch. Und dann stellt man fest: Ja, aber irgendwie hat er auch recht.

Wir bleiben vor einem Schaufenster stehen. In dem Laden dahinter stehen Stühle, alle gleich, alle edel, alle überteuert. Möbel für Leute, die Besuch nur mit Termin empfangen. Im Glas sehe ich uns gespiegelt. Der Hape, etwas eingefallen, leicht schief, mit dieser Traurigkeit um den Mund, die bei ihm nur dann auftaucht, wenn es ernst wird. Ich daneben, Jacke nass, Blick solide desillusioniert. Wir sehen aus wie zwei Männer, die der Stadt nichts mehr beweisen wollen und sich trotzdem noch an ihr reiben.

„Hast du das ernst gemeint?“, frage ich.

„Was?“

„Das ‚uns geht’s gut‘.“

Der Hape zieht die Schultern hoch. „So halb.“

Ich nicke. Das kenne ich. Halb gut ist oft schon die Obergrenze. Ganz gut ist was für Leute mit privaten Krankenversicherungen und Ladepark fürs eAuto.

Wir gehen weiter. Der Hape tritt in eine Pfütze, flucht leise und lacht dann über sich selbst. Das ist der Moment, in dem ich merke, dass etwas mit ihm nicht stimmt, das über den üblichen Nachtverschleiß hinausgeht.

„Was hat der Typ genau gesagt?“, frage ich.

„Welcher Typ?“

„Na, der aus Düsseldorf.“

Der Hape winkt ab. „Dass die Arbeiten nicht entschieden genug seien. Dass da etwas fehle. Dass sie nicht wüssten, ob ich was will oder nur so tue.“

„Und?“

„Und ich hab gesagt, genau das sei ja der Punkt.“

„War es der Punkt?“

Der Hape bleibt stehen. Er sieht in den Regen, als könnte der ihm helfen. Dann sagt er: „Nee.“

Es ist ein kleines Wort. Aber in dem Wort ist plötzlich der ganze Abend. Die Vernissage, der Rollkragenmann, der Galerist, die Biere, das Herumlaufen, das Reden. Alles. Es geht gar nicht um Kunst. Es geht darum, dass der Hape nicht mehr sicher ist, ob er das wirklich noch will oder ob er nur seit Jahren so tut, als müsse er das wollen, weil sonst nichts da ist, was halbwegs nach ihm aussieht.

Das ist groß. Zu groß für halb sechs Uhr morgens, Regen und zwei Männer mit Restalkohol. Also macht der Autor natürlich genau damit weiter, dieser sentimentale Warmduscher.

„Vielleicht“, sage ich, „ist das Problem nicht, dass du nichts willst. Vielleicht willst du bloß nicht das, was die von dir wollen.“

Der Hape sieht mich an. „Seit wann kannst du sowas?“

„Seit der Autor mir bessere Sätze in den Mund schreibt.“

„Dann soll er öfter damit rüberkommen.“

Wir lachen kurz. Dann nicht mehr.

Am Ende der Straße sehe ich das schwache Licht vom Imbiss ums Eck. Es ist eigentlich zu früh. Oder zu spät. Je nachdem, von wo man kommt. Ich erwarte, dass alles dunkel ist. Dass wir vor der Tür stehen und warten müssen, bis der Schorsch irgendwann grummelnd aufschließt. Aber das Licht brennt. Und nicht nur das Licht. Auch die Abluft summt. Irgendwas zischt.

„Nee“, sage ich.

„Doch“, sagt der Hape.

Wir werden schneller. Nicht schnell. Unsere Körper testen uns schon die ganze letzte Stunde. Knie, Rücken, Kopf, Magen. Alles will rauskriegen, wieso, weshalb, warum wir immer noch unterwegs sind. Aber der Duft von Frittenfett ist stärker als jede Vernunft.

Als wir reinkommen, steht der Schorsch tatsächlich hinterm Grill. Zigarette im Mundwinkel, T-Shirt wie immer leicht zu siffig, Blick wie eine Tresenschublade, die klemmt.

„Na“, sagt der Schorsch, ohne aufzusehen. „Die Herren Weltverlierer.“

„Warum hast du offen?“, frage ich.

Der Schorsch dreht zwei Würste. „Wegen euch.“

Ich sehe den Hape an. Der Hape sieht mich an. Das ist so überraschend, dass sogar unser Elend kurz innehält.

„Wegen uns?“, frage ich.

Der Schorsch nickt. „Die Antonia hat vor zwei Stunden angerufen. Hat gesagt, ihr zwei zieht wohl immer noch rum, der Hape sei angefressen, du seist mit dabei, also sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ihr am Ende hier aufschlagt wie immer. Da hab ich mir gedacht: Bevor ihr draußen im Regen verhungert wie zwei missratene Stadttauben, lass ich den Imbiss halt auf.“

Ich muss lachen. Nicht, weil es besonders lustig ist. Sondern weil in diesem Satz alles drin ist, was man über Freundschaft wissen muss, wenn man in unserem Alter nachts noch herumläuft. Keiner sagt „Ich hab mir Sorgen gemacht“. Keiner sagt „Pass auf dich auf“. Einer lässt einfach den Grill an.

Der Hape setzt sich auf den Hocker am Fenster. Er sieht plötzlich sehr müde aus. Nicht betrunken. Müde. So, als wäre er die ganze Nacht vor etwas davongelaufen und jetzt erst merke er, dass es bloß er selbst war.

Der Schorsch stellt drei Bier hin. Eins für sich, zwei für uns.

„Auf Kredit?“, frage ich.

„Quatsch“, sagt der Schorsch. „Ich bin doch kein Unmensch.“

Dann schiebt er uns zwei Pappschalen rüber. Currywurst. Fritten. Extra Mayo. Ich sehe den Dampf aufsteigen. Ich sehe die Soße, das Currypulver, die schief geschnittenen Stücke Wurst. Es ist vielleicht kein Glück. Aber es ist verlässlich. Man sollte den Wert davon nicht unterschätzen.

Wir essen erstmal. Es gibt Momente, da ist Reden nur eine minderwertige Form von Kauen.

Nach einer Weile sagt der Schorsch zum Hape: „Und?“

Der Hape zuckt mit den Schultern. „Ich glaub, ich bin nicht entschieden genug.“

Der Schorsch nimmt die Kippe aus dem Mund und sieht ihn an. „Du bist doch schon als Kind nicht entschieden genug gewesen. Und? Hat’s dir geschadet?“

„Eventuell.“

„Naja“, sagt der Schorsch. „Du bist trotzdem noch da.“

Das ist wieder so ein Schorsch-Satz. Kaum Schmuck, kaum Trost, aber am Ende bleibt was hängen.

Der Hape stochert in seinen Fritten herum. Dann sagt er: „Vielleicht hör ich auf.“

Ich sehe ihn an. Der Schorsch auch.

„Mit Kunst?“, frage ich.

„Vielleicht.“

Der Schorsch schnaubt. „Der Hape hört nicht mit Kunst auf. Der Hape hört höchstens mit Leuten auf, die sich für Kunst halten.“

Ich nehme einen Schluck Bier. Dann sage ich: „Oder du machst mal was, das keiner von dir erwartet.“

„Zum Beispiel?“

Ich deute mit der Gabel auf die Pappschale. „Mach den Imbiss. Also, mal ihn. Aber nicht ironisch. Nicht mit Theorie. Einfach so, wie er ist. Den Schorsch, den Tresen, das Fett, die Neonröhre, uns. Die ganze traurige Herrlichkeit.“

Der Hape sieht mich an, als hätte ich ihm gerade das Feuer gebracht, oder wenigstens einen brauchbaren Toaster.

„Das meinst du ernst?“

„Leider ja.“

Der Schorsch verzieht das Gesicht, als hätte jemand eine Zitrone in sein Weltbild gedrückt. „Ich will auf keinem Bild aussehen wie ich.“

„Zu spät“, sage ich. „Tust du längst.“

Dann passiert etwas, das in solchen Nächten selten ist und gerade deshalb auffällt: Der Hape lächelt nicht nur. Er richtet sich auf. Er wird wach. Nicht durch Bier. Nicht durch Trotz. Sondern durch einen Gedanken, der nicht von außen kommt. Das sieht man sofort.

„Der Schorsch“, sagt er. „Einfach der Schorsch. Der Hanswurst am Stehtisch. Draußen Regen. Drinnen Fett und Licht. Kein Zynismus. Nur Bestand.“

„Bestand klingt furchtbar“, sage ich.

„Ja“, sagt der Hape. „Deshalb wird’s gut.“

Ich sehe zum Schorsch. Der grummelt, aber er widerspricht nicht. Das ist bei ihm schon fast Zustimmung.

Das Gute an der Sache ist dann gar nicht, dass der Abend doch noch groß wird. Sondern dass er klein genug bleibt, um wahr zu sein. Keine Schlägerei. Keine Bullen. Kein Koffer voller Geld. Kein Papst in Verkleidung. Nur drei Männer im Imbiss, Regen an der Scheibe und die Ahnung, dass das Leben einen oft nicht mit großen Durchbrüchen rettet, sondern mit offenen Türen, heißem Fett und jemandem, der einen mit durchzieht, obwohl er auch lieber schlafen würde.

Draußen wird es heller. Nicht schön. Aber hell. Der Morgen steht jetzt endgültig da und tut so, als hätte er alles im Griff. Soll er mal. Wird schon sehen, was er davon hat.

Der Hape zieht einen Bierdeckel zu sich heran und kramt einen stumpfen Kugelschreiber aus der Innentasche. Dann fängt er an zu zeichnen. Erst den Tresen. Dann den Grill. Dann den Schorsch, rauchend, mürrisch, fast würdevoll. Dann mich, mit Bart und dieser Fresse, die der Autor mir immer dann schreibt, wenn ich einen von seinen melancholischen Anfällen mittragen muss.

„Sag den andern“, murmelt der Hape, ohne aufzusehen, „uns geht’s gut.“

„Fast alles richtig?“, frage ich.

Er nickt.

Ich lehne mich zurück, nehme die letzte Fritte und sehe dem Regen dabei zu, wie er langsam weniger wird.

Ich bin der Hanswurst. Ich bin erfunden. Ich weiß das. Und trotzdem gibt es Nächte, da kommt mir diese ganze erfundene Sache solider vor als manches echte Leben. Vielleicht, weil in Geschichten wenigstens noch einer das Licht anlässt.

Der Schorsch sammelt die leeren Flaschen ein. Der Hape zeichnet. Ich esse die letzten kalten Fritten, weil ich kein Freund der Verschwendung bin. Dann sage ich, mehr zu mir als zu den anderen:

„Vielleicht sind die Letzten wirklich die Besten.“

„Nee“, sagt der Schorsch. „Aber oft die Ehrlichsten.“

Und das reicht mir für diesen Morgen vollkommen…

ENDE